29. Oktober 2019

Töchter des Todes

(wiia) Ulrike Blatter erzählt die Geschichte von Aylin, eine jungen gebildeten Frau mit bosnischen Wurzeln, die ohne starke Bezüge zum Islam in einer fiktiven deutschen süddeutschen Stadt aufwuchs. Sie verliert ihre ältere Schwester Semina an den „Islamischen Staat“. Eines Tages verschleiert Semina sich und verschwindet.
Aylin und ihre Familie geraten nach einem Bombenanschlag in ihrer Stadt Taufingen in das Fegefeuer der Medien und der Öffentlichkeit, Aylin gerät dabei in tödliche Gefahr.

Die Autorin schreibt packend und kenntnisreich über ein reales Stück unserer Wirklichkeit. Es ist nicht nur Unterhaltung, sondern eine Einführung in die Welt des Islamismus, jenseits von Meinungsmache und Fehlinformationen.
Es ist eine Welt, die auch zum Islam gehört, eine Art der Interpretation, die sich gegen den Frieden und Menschlichkeit richtet, vorgeblich in ihrem Namen, im Namen Allahs.
Islamismus ist nicht die ganze Religion, sondern wendet sich auch gegen den anderen Teil von sich, jene religiösen Menschen, die den Frieden zum Maßstab nehmen.
Islamismus ist eine vielgestaltige Bewegung des religiöse Unheils, der andere stigmatisiert und bekämpft, das zu erkennen vermag, der genauer hinsieht.
Demokratie als Lebensform benötigt die Erkenntnis, wer und warum sich aggressiv gegen die Lebendigkeit der Grundwerte ihres Kodexes wendet. Es gilt besser damit umgehen zu lernen, kritisch zurückweisend aber auch die annehmend, die sich dem Frieden im Leben zuwenden.

Radikalität kann jede Religion und Weltanschauung ergreifen, wenn Maß und Mitte verloren gehen.
Ideologen können die Seelen vergiften, Bewegungen erzeugen, Hass und Gewalt säen.
Gerade auch in Deutschland gibt es dafür dramatische Erfahrungen quer durch die Geschichte, nicht nur des XX. Jahrhunderts.

Blatters Roman ist Literatur der Aufklärung, im besten Sinne! (b.w.)

Dr. Ulrike Blatter
„Töchter des Todes“
Leinpfad Verlag 2019
ISBN 978-3-945782-45-3